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Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 8. Aufl. (1913): cognitor

cōgnitor, ōris, m. (cognosco), als gerichtl. t. t., I) der Kenner, d.i. ein röm. Bürger in einem fremden Lande, der einen andern kennt und ihm seine Identität gerichtl. bezeugt, d.h. daß er röm. Bürger sei u. seinen Namen mit Recht trage, der Identitätszeuge, Cic. II. Verr. 1, 13; 5, 167 u. 168. – II) der Rechtsanwalt, a) als Vertreter des Klägers od. Beklagten, der in Gegenwart des Gegners für einen Rechtsstreit vor Gericht bestellt wurde und sodann die ganze Prozeßführung für den Kläger od. Beklagten übernahm, der Stellvertreter, Cic. u.a.: iuris sui, Cic.: fi cognitor ipse, ficht deine Sache vor Gericht selbst durch, Hor. sat. 2, 5, 38. Vgl. Eisele, Beiträge zur römischen Rechtsgeschichte. 1896. S. 91 f. – übtr., der Vertreter in andern Verhältnissen, huius sententiae, Cic.: harum omnium rerum, Cic.: alienarum simultatium tribunum plebis cognitorem fieri, Liv.: u. so Apollo paeanum auctor, Liber dithyramborum cognitor, Fronto de eloqu. p. 146, 4 N. – b) als öffentlicher Ankläger, namentlich in Sachen des Fiskus, u. so gleichsam Stellvertreter des Staats (= εκδικος), der Staatsanwalt, Staatsagent, Ov. am. 1, 12, 24. Manil. 5, 322. – III) der Untersuchungsrichter, Cod. Theod. 9, 27, 5. Symm. ep. 9, 39. Prud. perist. 10, 205. 571 u. 793.