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Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 8. Aufl. (1913): facilitas

facilitās, ātis, f. (facilis), I) passiv = die Tunlichkeit, Leichtigkeit als Eigenschaft dessen, was sich leicht tun, bearbeiten usw. läßt, si f. soli est, wenn der Boden leicht zu bearbeiten ist, Plin.: picea tonsili facilitate, läßt sich leicht beschneiden, Plin.: caulis et folia eius facilitatem pariendi praestant, erleichtern das Gebären, Plin.: nec audendi facilitatem (den Umstand, daß man etwas leicht wagen kann) usque ad contemptum operis adduxeris, Quint.: fac. camporum, die für Passanten günstige Beschaffenheit, leichte Passage, Tac.: fac. corporis, körperliche Anlage, Sen. – II) aktiv: A) die Leichtigkeit als Eigenschaft dessen, dem etwas nicht schwer fällt, a) die Leichtigkeit im Auffassen, die leichte Auffassung, aetatis illius f., Quint.: suspectam facilitatem retractare, das leicht Hingeworfene, Quint. – b) die Leichtigkeit, Geläufigkeit, Gewandtheit im Vortrag, oris, Quint.: absol., Sen.: firma, Quint. – B) die Leichtigkeit als Eigenschaft dessen, der leicht zu etw. geneigt ist, 1) im allg., die Neigung zu etw., die Anlage (Ggstz. proclivitas, Hang zum Schlechten), s. Cic. Tusc. 4, 28. – 2) insbes.: a) im guten Sinne, die Leichtigkeit, sich nach den Wünschen und dem Willen anderer zu fügen, die Geneigtheit, Willigkeit, Willfährigkeit, Bereitwilligkeit, Gefälligkeit, Hingebung, Leutseligkeit, Umgänglichkeit, die Popularität (Ggstz. severitas, gravitas), oft verb. comitas et facilitas od. facilitasque, f. et humanitas, f. et lenitudo animi, Cic.: f. in audiendo, Cic.: f. sermonis, Cic.: f. credentis, das leicht zu befriedigende Ohr des Gläubigen, Tac. – b) im üblen Sinne, die Leichtigkeit, der Leichtsinn, Suet. Claud. 29, 2. – Plur. facilitates angef. bei Quint. 9, 4, 97.