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Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 8. Aufl. (1913): relatio

relātio, ōnis, f. (refero), das Zurücktragen, Zurückbringen, I) eig.: crebra, das öftere Hinführen der Hand nach dem Tintenfaß, um mit der Feder einzutauchen, Quint. 10, 3, 31. – II) bildl.: A) im allg., das Zurückschieben, in den jurist. t. t.: r. criminis, das Zurückschieben des Vorwurfs auf den Urheber, griech. ἀντέγκληµα, Cic. de inv. 1, 15 u. ICt.: iurisiurandi, das Zurückschieben des Eides auf den, der ihn antrug, Ulp. dig. – B) insbes.: 1) die Erwiderung, Vergeltung, gratiae, Sen. ep. 74. § 13 u.a. – 2) (als Redefig.) = επαναφορά, die öftere hervorhebende Wiederholung desselben Wortes, Cic. de or. 3, 207. Quint. 9, 3, 97. Mart. Cap. 5. § 534. Vgl. Ernesti Lexic. techn. Lat. rhet. p. 328. – 3) das Vorbringen, Berichten, die Angabe, Erzählung, a) übh.: relatio contrariorum, die Anführung der direkten Gegensätze, Cic. orat. 106: rerum gestarum, Iustin.: dictorum, Quint.: r. causarum (griech. αἰτιολογία), Angabe der Gründe, Beweisführung, Quint. – b) als publiz. t. t., die Berichterstattung, der Vortrag, Antrag eines Magistrates im Senate, Cic. u.a.: relationem egredi, die Tagesordnung überschreiten, von der T. abweichen (v. Senatoren, wenn sie nach ihrem Entscheid noch ihre Meinung über etw. nicht dahin Gehöriges vorbrachten), Tac. ann. 2, 38: ius tertiae, quartae, quintae relationis, das Recht des Kaisers, im Senate über drei, vier, fünf Gegenstände berichten zu können, Scriptt. hist. Aug.; vgl. Casaub. Suet. Caes. 20. – 4) gramm. u. philos. t. t., die Beziehung, Rücksicht, das Verhältnis, ad aliquid, Quint. 8, 4, 21.